Zum Hauptinhalt springen

Profis der Verführung

In einem Sonderkonzert in der Tonhalle treffen «Gefährliche Liebschaften» auf Barockmusik.

Wird am Sonntag vorlesen: Schauspielerin Stephanie Japp.
Wird am Sonntag vorlesen: Schauspielerin Stephanie Japp.
Christian Hartmann

In Choderlos de Laclos' berühmt-berüchtigtem Roman «Gefährliche Liebschaften» treffen zwei Profis der Verführung auf die naive Unschuld erotischen Laientums und den spröden Reiz der Tugendhaftigkeit.

Sich emotional dabei nicht zu binden, ist oberstes Gebot und Kennzeichen professioneller Erotomanie. «Wer weniger liebt, hat gewonnen» heisst denn auch der von Thomas Sarbacher und Stephanie Japp gelesene Ausflug der Tonhalle in die Welt der Literatur.

Elegante Sinnlichkeit

Dazu passend wird die Musik des französischen Barockkomponisten und Gambisten Marin Marais gespielt. Passend, weil Marais in seinen Suiten eine elegante Sinnlichkeit entwickelt, die Laclos' raffinierter Sprache der Verführung in nichts nachsteht. Aber auch, weil Marais' Musik eine konservative Seite hat.

Die hoch entwickelte Affektdarstellung der italienischen Musik ablehnend, verschrieb sich der Komponist ganz den traditionellen französischen Werten wie Klarheit und schlichte Harmonik. Es ist vielleicht diese Spannung zwischen Sinnlichkeit und Strenge, die uns heute an Marais' Musik fasziniert - und die Stimmung von Laclos' Briefroman perfekt einfängt.

So — 11.15 Uhr Tonhalle Maag Zahnradstr. 22 Eintritt 35 Frankenwww.tonhalle-orchester.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch