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Schwere Last

Jesca Hoop war Mormonin und Nanny im Haushalt von Tom Waits. Vor allem aber ist hier eine aufregende Songwriterin zu entdecken.

Trägt ihre Erinnerungen mit sich rum: Jesca Hoop.
Trägt ihre Erinnerungen mit sich rum: Jesca Hoop.

Als sie 16 Jahre alt war, hatte Jesca Hoop genug vom Dasein als Mormonin. Sie brach mit ihrer Familie, musste die kalifornische Heimat verlassen, zog durch die Staaten und überlebte dank verschiedensten Jobs. Einer davon ist prominent verbrieft und steht am Anfang ihrer Karriere als Musikerin. Nach der Jahrtausendwende war sie nämlich Nanny im Haushalt von Tom Waits und seiner Ehefrau Kathleen Brennan, und beide ermutigten sie, doch zu singen. 2007 erschien ihr Debüt «Kismet», sie zog nach England, wo sie noch immer lebt, doch trotz weiteren prominenten Mentoren reichte es nie ganz zum endgültigen Durchbruch.

Vielleicht liess sich dieser aber auch einfach nur Zeit. Denn im letzten Jahr erschien «Love Letter for Fire», das Hoop mit dem ungleich bekannteren Folkbart Sam Beam alias Iron?&?Wine eingespielt hat. Im Frühling doppelte die 42-Jährige nun nach, mit ihrem bislang eigenwilligsten und besten Album: «Memories Are Now» heisst dieses, und bereits der Plattentitel zeigt an, dass die Erinnerungen noch immer ihre Gegenwart bestimmen. Musikalisch ist Folk nur die Basis der Songs, die auch schon mal in zwirbelnden Bastlerpop expandieren und zuweilen harsch und unversöhnlich klingen. Dazwischen finden sich stille Schönheiten, die aber davon ablenken, dass Jesca Hoop vor allem eines ist: eine furchtlose Songwriterin, die kaum einzufangen ist.

Sonntag, 19 Uhr, Rote Fabrik.

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