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Seine Medizin ist die Musik

Das Debütalbum hat dem Sänger Vancouver Sleep Clinic das Leben gerettet. Jetzt spielt er bereits zum zweiten Mal in der Roten Fabrik.

Einsamkeit ist seine Muse: Tim Bettison aka Vancouver Sleep Clinic.
Einsamkeit ist seine Muse: Tim Bettison aka Vancouver Sleep Clinic.

Er habe sich leblos, ja gar hirntot gefühlt, damals vor zwei Jahren. «Aber dann schrieb ich jeden Tag einen Song, manchmal sogar mehrere», erzählt der Musiker Tim Bettinson. «Ich merkte, was ich mir alles von der Seele schreiben konnte: Frustration, Selbstmitleid, Gebete und Gedanken.»

So singt er in «Killing Me to Love You» zerbrechlich und berührend: «Your body is broken but you’re trying to fight this.» Oder in «Sleeping World»: «I’m a wandering soul, lost in a city of homes.» Beide Lieder sind auf seinem letztjährigen Debüt «Revival» erschienen. Es wird mit den Veröffentlichungen vom hippen Schmusesänger Bon Iver und dem Experimental-Pop-Projekt Japanese Breakfast verglichen.

Auch andere Songzeilen zeigen, wie unglücklich Bettinson war. Trotz dieser Emotionalität klingt das Album versöhnlich und schwerelos. «Die Songs haben mir geholfen, mich wieder ins Leben und in die Musik zu verlieben», sagt Bettinson.

Der Australier gründete Vancouver Sleep Clinic am Ende seiner Schulzeit. Der damals 17-Jährige wollte möglichst viel Zeit mit Freunden verbringen. Deshalb brachte er sechs von ihnen in seiner Band unter. «Einer konnte eigentlich gar kein Instrument spielen», so Bettinson, der mittlerweile allein Musik macht.

Es ist der Song, den ich immer machen wollte, aber für den ich nie mutig genug war.

Tim Bettison aka Vancouver Sleep Clinic

«Revival» ist auf einem Major Label erschienen. Bettinsons neuster, achtminütiger Track «Ayahuasca» nicht. Statt mit einem Starproduzenten hat ihn der 21-jährige Musiker allein in seinem kleinen Apartment in Los Angeles geschrieben. «Es ist der Song, den ich immer machen wollte, aber für den ich nie mutig genug war», erzählt Bettinson. «Ein Song, der sämtlichen Erwartungen widerspricht und genau das ausdrückt, was ich fühle.»

Im Clip sitzt der Musiker regungslos in einem Van. Nur wenige Bewegungen verraten, dass es eine Videoaufnahme ist. Doch eigentlich solle man beim Hören die Augen schliessen, sagt Bettinson. «Und zumindest für acht Minuten der Realität entfliehen.»

Mi— 20.30 Uhr Rote Fabrik Seestr. 395 Eintritt 34 Frankenwww.rotefabrik.ch

Dieser Artikel ist ursprünglich am 20.06.2018 erschienen.

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