Die Geschichte einer Komponistin wird lebendig

Die Sängerin Mareike Schellenberger und das Musikkollegium Winterthur feiern den 200. Geburtstag von Clara Schumann. Die Komponistin hatte geklagt, um heiraten zu können, und ihre Familie als Pianistin ernährt.

Zum Geburtstag aufgeführt: Mareike Schellenberger singt die Lieder von Clara Schumann und ihrem Verehrer Brahms.

Zum Geburtstag aufgeführt: Mareike Schellenberger singt die Lieder von Clara Schumann und ihrem Verehrer Brahms.

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Die Vorfreude ist gross. Es werden Statuen poliert, Programme gestaltet und Reden geschrieben. 2020 ist Beethoven-Jahr! Bei all der fiebrigen Geschäftigkeit ging jedoch weitgehend vergessen, dass wir bereits dieses Jahr etwas zu feiern hätten. Am 13. September jährte sich Clara Schumanns Geburtstag zum 200. Mal.

Auch wenn ihr Beitrag zur Musikgeschichte vielleicht nicht ganz so gewichtig ist wie jener des Bonner Meisters, so erstaunt die weitgehende Missachtung dieses Umstandes dennoch. Böte das bewegte Leben der Star­pianistin und Komponistin doch gerade unserer heutigen Medienlandschaft viel Stoff.

Die Sängerin singt nicht nur Brahms und Schuman: Hier zusammen mit dem Trio Polycordes. Video: YouTube/Trio Polycordes & Mareike Schellenberger - Topic

Da ist der Helikoptervater, dessen Identifikation mit dem Wunderkind so weit ging, dass er in Claras Namen Tagebuch führte. Oder der Gerichtsprozess, in dem sie ihre Hochzeit mit Robert Schumann gegen eben diesen Übervater erkämpfte. Dann eine Ehe, in der sie nicht nur sieben Kinder zu erziehen hatte, sondern als berühmte Pianistin zudem den Grossteil der familiären Einkünfte erwirtschaftete. Und wie war das nochmals mit ihrem jugendlichen Verehrer Johannes Brahms?

Bei der letzten Frage setzt denn auch das Musikkollegium Winterthur an. Im Konzert «200 Jahre Clara Schumann» singt Mareike Schellenberger nämlich nicht nur für ein Kammerensemble arrangierte Lieder von Clara und Johannes, sondern Irene Godel liest dazu auch Passagen aus deren Briefwechsel.

Dabei muss der Spekulation zwangsläufig viel Raum gelassen werden, wurden doch viele der Briefe vernichtet. Aber in einem kann man sich sicher sein: Die ebenfalls zu hörenden Tagebucheinträge stammen definitiv von Clara, nicht vom Vater.

Sa 21.9. — 19:30 Uhr
Stadthaus Winterthur
Eintritt 40 Franken
www.musikkollegium.ch

Erstellt: 19.09.2019, 11:06 Uhr

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