Zum Hauptinhalt springen

«Wir wollen die Leute aufmuntern»

Die Zürcher Clubs sind aktuell geschlossen. Die DJs legen aber weiter auf – auch im Vieri. Wie das geht, erklärt Nik Sellerberg.

Mit Nik Sellerberg sprach Eva Hediger
Gehört zur Geschäftsleitung des noch jungen Club Vieri: Nik Sellerberg.
Gehört zur Geschäftsleitung des noch jungen Club Vieri: Nik Sellerberg.
PD

Die Clubs bleiben vorerst zu. Was bedeutet das für den Vieri?

Ach! Der Vieri ist ein junger Club. Seit vergangenem Herbst setzt sich die Geschäftsleitung neu zusammen. Wir haben viel verbessert und hatten einen fantastischen Jahresstart. Auf den Frühling hatten wir einige grosse Events geplant. Sie hätten uns durch die Sommerpause retten sollen. Dass wir jetzt schliessen müssen, trifft uns hart. Besonders, weil wir noch über keine finanziellen Polster verfügen. Aber wir bleiben positiv und suchen nach kreativen Lösungen.

Der Kauz hat zum Beispiel eine sehr erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne lanciert.

Wir könnten vermutlich nicht mit so einem grossen Erfolg rechnen, weil wir noch keine treue Community aufbauen konnten. Wir werden versuchen, an die Töpfe des Bundes und des Kantons zu kommen. So wollen wir die Löhne für unsere Angestellten sichern. Wie wir aber die Miete und die laufenden Kosten decken, wissen wir leider noch nicht.

Ganz muss Zürich nicht auf den Vieri verzichten: Er streamt täglich eine Livesession.

Ja. Wir führen nicht einen Club, weil wir uns gerne die Nächte um die Ohren schlagen – sondern weil wir elektronische Musik lieben. Es war uns wichtig, ihr trotzdem eine Plattform zu geben. Wir möchten mit den Sessions die Leute aufmuntern, wenn sie schon daheim bleiben müssen. Ausserdem wollen wir damit unsere Künstlerinnen und Künstler im Gespräch behalten und unsere Community weiter ausbauen.

Welche DJs sind dabei?

Vorerst sind es befreundete DJs wie Gigi Gonzales. Sie legen sonst regelmässig im Vieri auf. Ab Mitte April wollen wir auch dem Nachwuchs eine Plattform geben. Es ist uns wichtig, die Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen. Viele DJs sind eigenständig. Ihre Einnahmen fallen in den kommenden Wochen total aus. Wir sind noch am Prüfen, ob wir eine Spendenmöglichkeit einbauen.

Trotz all dieser grossen Sorgen: Sind die Streams auch partytauglich?

Im Idealfall tanzt man dazu ein bisschen. Aber bitte nur mit seinen Mitbewohnern! Alles andere als solche Homepartys geht im Moment einfach nicht. Auch wir halten uns beim Aufnehmen an die Regeln des Bundesamts für Gesundheit: Im Studio sind jeweils nur ich und der jeweilige DJ. Und wir halten den Sicherheitsabstand immer ein.

Nik Sellerberg gehört zu der Geschäftsleitung vom Vieri. Der Club an der Militärstrasse hat im Frühling 2019 eröffnet und setzt auf House sowie Techno.

Der Vieri-Stream ist jeweils hier abrufbar.

----------

Das machen die anderen Clubs

Kauz

Der Kauz hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wer bei «Rette deinen Kauz» mitmacht, kriegt eine Belohnung – vom Gratiseintritt über Feuerzeug bis zum Glas Prosecco. Das Ziel von 20'000 Franken ist bereits überschritten worden.

www.wemakeit.com

Kasheme

Das Kasheme streamt täglich ab 19 Uhr auf seiner Website und über den Facebook-Kanal. So will der Club «Stimmung, Liebe und Leidenschaft» in das Zuhause der Leute bringen.

kasheme.com

Sender

Der Sender wird vom lokalen Internetradio GDS.FM betrieben. Während das Lokal geschlossen ist, sollen möglichst viele der geplanten DJ-Sets, Konzerte und Radioshows live übertragen werden.

play.gds.fm

Moods

Das Moods zeichnet seit 2017 seine Konzerte auf. Sie sind alle auf der clubeigenen Streamingplattform abrufbar. Die ersten zehn Minuten sind kostenlos, danach muss ein Abo gelöst werden. 70 Prozent der Einnahmen gehen an die Musikerinnen und Musiker.

www.moods.digital

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch