«Zürich ist wie klein Berlin»

Als De La Maso legt Thomas Schwarz seit über 20 Jahren auf, ans Aufhören denkt der gebürtige Deutsche aber noch lange nicht.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auf seinem Unterarm prangt in geschwungener Schrift sein Künstlername: De La Maso. Ein Name, der ihn begleite, seit er 16 Jahre alt ist, erzählt Thomas Schwarz. «Ich war De-La-Soul-Fan. Das Maso kam von meinem Vornamen. So entstand im Jugendhaus, als ich meine ersten DJ-Schritte ging, der Künstlername.» Dass dieses Pseudonym ihn so lange begleiten würde, hätte er damals nicht gedacht.

Der gebürtige Deutsche lebt seit fünf Jahren in Zürich. Von Montag bis Freitag arbeitet er in einem grossen Technologieunternehmen, von Freitagabend bis Sonntag steht er hinter den Plattentellern – zumindest hinter den digitalen. Das Auflegen sei immer das i-Tüpfelchen seiner Arbeit gewesen, davon gelebt habe er nie, erzählt er in der Kreis-4-Bar Vagabundo.

Der Dauerauflegende

In Zürich eingelebt haben sich De La Maso und seine Frau, die ebenfalls in der Clubszene arbeitet, schnell. Das zeigt sich auch daran, wie oft er auflegt. Er wurde deshalb schon als «der Dauerauflegende» bezeichnet. Sein Club-Wohnzimmer ist im Klaus an der Langstrasse, wo er Resident-DJ ist. Aber auch das Hive oder Supermarket möge er sehr. Sowieso findet er für das Nachtleben der Stadt nur gute Worte: «Zürich ist wie Klein Berlin – nur dass es hier schöner ist», sagt der DJ lachend. Ob es trotzdem etwas gibt, das ihn stört? «Eigentlich nichts, nö. Man kann stolz sein auf die Szene hier.»

De La Maso: «Sado». Video: YouTube/Material Series

Privat ist De La Maso, der nächstes Jahr 40 wird, nicht mehr so oft in Clubs unterwegs. Er sei ­beruflich so oft weg, dass er lieber die Zeit zu Hause geniesse, sagt er. Doch irgendwann nicht mehr aufzulegen, kann sich De La Maso nicht vorstellen. «Also so gar nicht, nein», sagt er bestimmt. Zu sehr liebt er es, die Leute zum Tanzen zu bringen, zu sehen, wie sie auf seine Musik reagieren.

«Famezeug» ist ihm unwichtig

Obwohl De La Maso sagt, dass ihm «das ganze Famezeug» nicht wichtig sei, ist er erfolgreich: Seine Releases erscheinen bei renommierten Labels wie Great Stuff oder Playmobil, am Wochenende der diesjährigen Street Parade hat er vier Gigs gespielt. Sein tanzbarer Techno kommt an. «Meine Musik ist vielfältig, jeder kann sich etwas rauspicken. Ich versuche, sexy music zu machen», sagt er. Damit meint er: Musik, zu der die Leute tanzen und nicht nur mit dem Fuss wippen können.

Sa — 24 Uhr
Frieda’s Büxe
Friedaustr. 23
Eintritt 25 Franken
www.friedasbuexe.ch

Erstellt: 23.08.2018, 08:56 Uhr

Artikel zum Thema

Der Partybub

Jimi Jules zählt zu den international erfolgreichsten Schweizer DJs. Heute tauft er sein Debütalbum «Equinox». Mehr...

Die fetten Jahre sind vorbei

Das DJ-Duos Fat Sushi hat die wilden Zeiten hinter sich, doch müde vom Auflegen und Produzieren sind die beiden noch lange nicht. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Geldblog Investieren Sie 3.-Säule-Gelder vorsichtig

Mamablog Papas Notenverweigerung

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Reparaturen am Schiff: Ein Mann arbeitet auf einer Werft entlang des Buriganga Flusses am südlichen Rand der Stadt Dhaka in Bangladesch. (15. Oktober 2019)
(Bild: Zakir Hossain Chowdhury/NurPhoto/Getty Images) Mehr...