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Heim unter QuarantäneZwei Corona-Todesfälle in Zürcher Altersheim

Zwei weitere Bewohner des Seniorenzentrums in Männedorf sind in kritischem Zustand. Die Gesundheitsdirektion lobt das rasche Handeln des Heims.

In einem Zürcher Altersheim ist es zu einer Häufung von Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. (Symbolfoto)
In einem Zürcher Altersheim ist es zu einer Häufung von Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. (Symbolfoto)
Foto: Keystone

Im Kanton Zürich sind zwei weitere Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben, wie die Gesundheitsdirektion am Samstag mitgeteilt hat. Die beiden Todesfälle haben sich im privaten Seniorenzentrum Sunnmatt in Männedorf ereignet, berichtet die NZZ. Verstorben sind eine Frau und ein Mann. Zwei weitere Personen befinden sich in kritischem Zustand, eine im Unispital Zürich, eine weitere auf eigenen Wunsch im Heim.

Im Laufe der vergangenen zwei Wochen haben sich im Seniorenzentrum insgesamt eine Mitarbeiterin und sechs Bewohnerinnen und Bewohner infiziert, weshalb das Altersheim unter Quarantäne steht. Besuche sind keine mehr erlaubt.

Anne Bärtels, Geschäftsleiterin der Sunnmatt, bestätigt die Covid-Fälle gegenüber der NZZ. Als erster Fall sei am 29. Juni eine Mitarbeiterin positiv getestet und sofort unter Quarantäne gestellt worden. Als am 2. Juli zwei Bewohnende positiv getestet wurden, habe man sofort Tests bei sämtlichen Mitarbeitenden und Bewohnenden duchgeführt. Daraus resultierten drei weitere positive Befunde. Der Ansteckungsweg sei nicht nachvollziehbar – man gehe aber davon aus, dass eine infizierte Person ohne Symptome das Virus übertragen habe. Laut Bärtels hat Kantonsärztin Christiane Meier vergangene Woche das ganze Heim unter Quarantäne gestellt.

«Situation unter Kontrolle»

Im Heim in Männedorf sei vorbildlich gehandelt worden, sagt Marcel Odermatt, Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion. Nach dem ersten Fall habe die Leitung der Sunnmatt alle Bewohnerinnen und Bewohner und das Personal getestet und die richtigen Massnahmen ergriffen.

Die beiden im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen seien 95- und 75-jährig und hätten bereits diverse Vorerkrankungen gehabt. «Solche Fälle lassen sich leider nicht ganz verhindern», sagt Odermatt. Die Zürcher Alters- und Pflegeheime hätten die Situation aber insgesamt unter Kontrolle. Aufgrund der bereits eingeführten Massnahmen und Schutzkonzepte seien keine zusätzlichen Regeln notwendig. Im Moment würden sich zudem mehr junge Leute mit Covid-19 anstecken als ältere Personen, sagt Odermatt.

Trotzdem erarbeite der Kantonsärztliche Dienst (KRD) mit den Verbänden der Heime eine Art Ampelsystem, sagt Odermatt. Darin könne beispielsweise definiert werden, ab wie vielen positiv getesteten Personen ein Heim gewisse Massnahmen – etwa eine Einschränkung des Besuchsrechts – ergreifen muss. Die Führung hätten die Heime inne, der KRD stehe beratend zur Seite.

Im Kanton Zürich sind aktuell 20 Personen hospitalisiert, so viele wie seit Ende Mai nicht mehr, drei Personen müssen künstlich beatmet werden.

hwe